Fertigungsverfahren Räumen, Stossen, Ziehen

Fertigungsverfahren Räumen, Stossen und Ziehen. Dies ist nun wirklich kein interessantes Thema…

Sobald Keilnuten oder speziellere Profile in Bohrungen bearbeitet werden müssen, sind das Räumen, Stossen und Ziehen mögliche Fertigungsvarianten. Aber welches Verfahren ist wofür am besten geeignet und was ist der Unterschied? Doch ein interessantes Thema.

Bisher enthielten unsere Beiträge auch geschichtliche Hintergründe. Heute bleibt es ausnahmsweise fachlich – für einige Leser sicherlich eine wahre Freude. Wir werden teilweise von Kunden gefragt, wo der Unterschied zwischen Räumen, Stossen und Ziehen zu finden ist und weshalb wir uns jeweils für ein Bearbeitungsverfahren entscheiden. Deshalb haben wir hier versucht, die drei Verfahren kurz und möglichst einfach zu umschreiben.

Räumen

Hier wird eine Räumnadel an einem Werkstück entlang oder durch ein Bohrloch hindurch gezogen. Räumen erschafft das gewünschte Profil meist in einem einzigen Hub und hinterlässt saubere, masshaltige Oberflächen. Der Vorteil der Räumnadel ist, dass sie mehrere Schneidkanten hat und so ein Profil mit wenig Zeitaufwand wiederholungsgenau erstellt werden kann. Schmale Werkstücke können zum Teil gleichzeitig miteinander bearbeitet werden. Auch das einfache Ausrichten von Bohrungen und der Stellung zu der Verzahnung spielen teilweise eine wichtige Rolle. Räumen ist nur bei einer Bohrung möglich, die durchgehend ist. Da Räumwerkzeuge im Vergleich eher teuer sind, bietet sich dieses Verfahren vor allem bei grösserer Stückzahl an.

Das Räumen lässt sich im Übrigen in verschiedene Kriterien einteilen. Die in der Fachliteratur häufig angewendete Einteilung nach DIN 8589 erfolgt nach der erzeugten Form in Plan-, Rund-, Schraub-, Profil- und Formräumen.

Stossen

Die Stossmaschine wird zur spanabhebenden Bearbeitung mit waagrecht-linearer Bewegung des Meissels benützt. Das Werkzeug stösst bei der Abwärtsbewegung im hundertstel Bereich Material ab. Dabei bestimmt die geometrische Form der Schneide die Profilform der Nut im Werkstück. Dieses Verfahren wird hauptsächlich zur Herstellung von ebenen Flächen, Nuten und Profilen verwendet, die nicht durchgängig sind.

Vorteile dieses Verfahrens sind die niedrigen Einricht- und Werkzeugkosten sowie die geringe Erwärmung des Werkstücks.

Ziehen

Ziehen ist – einfach ausgedrückt – das umgekehrte Verfahren zum Stossen. Hier zieht das Werkzeug im hundertstel Bereich bei der Abwärtsbewegung Material ab. Spezielle Profile können mit einfachen Werkzeugen oft präziser sowie mit besserer Oberfläche hergestellt werden. Dadurch, dass das Schneidwerkzeug geführt wird, ist dieses Verfahren stabiler und deshalb für lange Werkstücke besonders geeignet.

Die Prozesszeit beim Stossen und Ziehen ist länger als beim Räumen. Jedoch sind die eingesetzten Werkzeuge günstiger, weshalb sie sich bei kleinerer Stückzahl anbieten.

Was machen wir bei der GROB AG?

Einfache oder komplizierte Formen? Beides kein Problem, ist dies doch eine unserer Kernkompetenzen. Unser Portfolio umfasst das Flachräumen von Keilnuten von 3 bis 16 mm bei einer Räumlänge bis ca. 70 mm sowie das Profilräumen von Innenverzahnungen oder Innenprofilen. Es spielt keine Rolle, ob die Herstellung von einfachen oder komplizierten Formen verlangt wird. Für komplexere Formen, stellungsgenaue Profile oder in Sacklöcher wenden wir das Stossverfahren an. Lange und breite Keilnuten bis max. 50 mm werden durch Ziehen hergestellt.

GROB AG, Ursula Hofer